1. Streik am UKM

Am Uniklinikum in Münster wird aktuell gestreikt. Pflegekräfte gehen auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Für das Krankenhaus sei das eine große Herausforderung, heißt es auf deren Website. Sie schreiben: „Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie und den bereits bestehenden Personalausfällen stellt dieser Streik das UKM vor erhebliche Herausforderungen. Daher wurde ein UKM-Krisenstab eingerichtet, der die Lage tagesaktuell bewertet und die Versorgung in den einzelnen Bereichen steuert.“ Warum der Streik für die Pflege dort wichtig ist, hat die Gesundheits- und Krankenpflegerin Paula Klaan vom UKM dem Magazin BibliomedPflege erklärt. In ihrem Interview sagt sie: „Seit Jahresanfang haben wir immer wieder Gespräche mit verantwortlichen Politikerinnen und Politikern gesucht. Sowohl den regierenden Parteien als auch den übrigen demokratischen Parteien des Landesparlaments haben wir erläutert, dass es uns nicht um mehr Geld geht, sondern ausschließlich um verbesserte Arbeitsbedingungen in Form etwa von Sollbesetzungen und Konsequenzmanagement – und zwar für alle Bereiche im Klinikum.“ Sie betont, dass sie allein in einer Schicht für 28 Patientinnen und Patienten zuständig sei.

Quelle: www.www.ukm.de
Mehr: www.bibliomed-pflege.de

2. Besser, aber nicht genug: Wieso gute Zahlen zur Pflege täuschen

Obwohl es in diesem Jahr so viel mehr Beschäftige in der Pflege gab, wie noch nie zuvor und auch die Bezahlung angehoben wurde, trügt der Schein – das betont Gesundheitsökonom Prof. Thomas Busse. Das Statistische Bundesamt hat gerade Zahlen veröffentlicht, die einen Anstieg in der Pflege zeigen. Ende 2020 waren in Deutschland gut 486.000 Beschäftigte in Krankenhäusern in der Pflege tätig. Das waren 18 Prozent mehr als 2010. Noch stärker wuchs die Zahl der Beschäftigten in Pflegeheimen und der ambulanten Pflege. Dort waren im Jahr 2019 rund 954.000 Menschen tätig - 40 Prozent mehr als 2009. Jedoch betont Busse: „Die Zahl der Pflegebedürftigen sei noch viel stärker gewachsen und die Arbeitsbedingungen des Personals hätten sich nicht verbessert.“ Er weist daraufhin, dass die Zahlen uns nicht dazu verleiten dürfen, uns zurückzulehnen. Die Lage der Pflege habe sich vielmehr verschärft: Denn die Zahl der Pflegebedürftigen sei zwischen 2009 und 2019 um 76 Prozent gewachsen.

Quelle: www.aok-bv.de

3. WHO-Auszeichnung für Fachkräfte an den Pflegerat übergeben

Gelobt wird die Pflege nun von der WHO. Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Auszeichnung für Fachkräfte an den Pflegerat übergeben. Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung und Stefan Schwartze, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, übergaben stellvertretend den Preis. Sie sagten: „Mit dieser Auszeichnung möchten wir uns und auch im Namen des WHO-Regionalbüros für Europa, bei allen Gesundheits- und Pflegefachkräften für ihr unermüdliches Engagement zur Aufrechterhaltung der Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie Pflegbedürftigen während der Covid-19 Pandemie ausdrücklich und ganz herzlich bedanken. Es ist uns eine Freude, die Auszeichnung als Zeichen des Respekts und der Anerkennung vor der Leistung aller im Gesundheitswesen Tätigen an den Deutschen Pflegerat als Dachverband des deutschen Pflege- und Hebammenwesens zu übergeben,“ Christine Vogler bedankte sich, betonte aber jedoch auch, dass es weiterhin wichtig sei, das Gesundheitswesen in Zukunft sicher und vorbereitet für die heutigen und kommenden Herausforderungen aufzustellen.

Quelle: www.altenheim.net

4. IBB veröffentlicht erste forschungsbasierte Empfehlungen zur generalistischen Pflegeausbildung 

Das Bundesinstitut für Berufsbildung erarbeitet jährlich ein Forschungsprogramm zur Pflegebildung und zum Pflegeberuf. Erste Erkenntnisse aus dem laufenden Programm liegen nun vor. So empfiehlt das Projektkonsortium für die „Begleitforschung des Veränderungsprozesses zur Einführung der neuen Pflegeausbildungen“ beispielsweise die Schaffung von kommunalen Unterstützungsmöglichkeiten, um die Kooperationen der Lernorte zu fördern, vor allem in ländlichen Gebieten. Auch die für die praktische Ausbildung so wichtige Praxisanleitung sollte gefördert werden. Konkret wird hier unter anderem eine kommunale Koordination für kleinere Einrichtungen der ambulanten Pflege und der stationären Langzeitpflege genannt. Besonders beeindruckt waren die Forschenden nach eigener Aussage darüber, dass „alle Befragten in unserer Studie eine hohe Motivation für das Gelingen der generalistischen Pflegeausbildung zeigten“.

Quelle: www.www.bibb.de

5. Kostenexplosion in der Altenpflege: Arbeitgeberverband fordert Pflegegipfel

Nicht nur die Pflegekräfte klagen, sondern auch die Arbeitgeber in der Pflege. Der Arbeitgeberverband Pflege betont eine Kostenexplosion in der Altenpflege. Der Verband schreibt: „Gesetzlicher Mindestlohn, Branchenmindestlöhne, das Gesetz zur Tarifpflicht – die Personalkosten in der Altenpflege steigen massiv. Der Kostendruck für die Pflegeanbieter ist enorm.“ Dabei fordert der Verband die Bundesregierung auf, etwas zu unternehmen und sieht folgende drei Lösungen: 1. Medizinische Behandlungspflege über Krankenkassen finanzieren, 2. Ausbildungen über die Pflegekassen finanzieren und 3. Bundesländer müssen Investitionspflichten nachkommen. Die Forderungen sollen auf einem Pflegegipfel diskutiert werden.

Quelle: www.arbeitgeberverband-pflege.de

6. Der Deutsche Fachpflegekongress | Deutsche OP-Tag (DFK | DOP)

Vom 22. bis 23.09. findet der Deutsche Fachpflegekongress sowie der Deutsche OP-Tag statt. Dabei handelt es sich um ein bundesweites Forum für Fachpflegende aus den Bereichen Anästhesiepflege, Intensivpflege und OP-Pflege.  Das Event findet einmal jährlich in Münster statt. Neben Vorträgen praxisnaher Expert:innen und einer umfangreichen Ausstellung bietet das Forum an zwei Tagen weitere exklusive Praxis- sowie Industrie-Workshops. Den Link zur Veranstaltung finden Sie hier: www.dfk.bibliomed.de

Mehr von passierte Kost finden Sie hier www.passiertekost-podcast.de und überall, wo man Podcasts hören kann!