1. Fronten zwischen Gesundheitsministerium und Krankenhäusern verhärten sich

In einer Fragestunde im Bundestag hat sich Karl Lauterbach kritisch zu den errechneten Zahlen zum Finanzierungsdefizit der Krankenhäuser von 2021 bis 2023 geäußert. Diese wurden von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, kurz DKG, berechnet und sagen eine Finanzierungslücke von 15 Milliarden Euro voraus. Keiner könnte die Inflations- oder Preisentwicklung genau vorhersagen, so Lauterbach. Darauf antwortete Gerold Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG, mit einem offenen Brief an den Gesundheitsminister. Es sei sehr irritierend, dass Lauterbach seine Bedenken nicht schon vorher bei einem persönlichen Gespräch geäußert hat, schreibt Gaß. Denn vor 14 Tagen gab es bereits ein solches Gespräch. In dem Brief werden nochmals die Gründe für das Milliardendefizit aufgezählt, unter anderem die inflationsbedingte Kostensteigerung von circa 80% und die voraussichtliche Verdreifachung der Energiekosten bis 2023. Außerdem erwähnt Gaß, dass die Krankenhäuser schon dieses Jahr existenziellen Problemen gegenüberstehen. Einige Häuser könnten zum Beispiel ihre Weihnachtsgelder nicht rechtzeitig auszahlen, andere müssten schließen oder Leistungen einschränken. Der offene Brief beinhaltet auch direkte Forderungen an den Bund: Eine schnelle, realistische Lösung muss her, um den Krankenhäusern die dringend notwendige Liquidität zu verschaffen. Vorschläge sind ein sofortiger Rechnungszuschlag auf DRG-Rechnungen sowie Energiekostenzuschläge.

Quelle: aerzteblatt.de

2. DBfK nimmt Stellung zu Lauterbachs Gesetzesvorhaben

Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, kurz DBfK, meldet sich bezüglich der Fragestunde im Bundestag zu Wort. Denn Lauterbach kündigte einige Gesetzesvorhaben für das Gesundheitssystem an. Einerseits wird das Vorhaben, die Akademisierung der Pflege voranzubringen, als positiv wahrgenommen. DBfK Geschäftsführerin Bernadette Klapper weist in diesem Zuge auf Studien hin, die aufzeigen, dass mehr akademisch ausgebildete Pflegefachpersonen die Versorgungsqualität verbessern und Burn-Out-Raten senken können. Andererseits kritisiert Klapper Lauterbachs Aussagen. Diese seien noch zu unkonkret im Bezug auf Kompetenzerweiterungen in der Pflege. Dafür bräuchte es gesetzliche Anpassungen im Leistungsrecht, in der Heilkundeübertragung und im heilberuflichen Ausbildungsgesetz. Abschließend heißt es, der DPR fordere mehr politische Mut zur Umsetzung von Lösungen.

Quelle:dbfk.de
Quelle: bibliomed-pflege.de

3. Positive Zwischenbilanz beim Projekt für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege

Das Projekt „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf“, kurz GAP, meldet erste Erfolge. Laut der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Claudia Moll, haben bereits 260 Pflegedienste und -einrichtungen das Angebot wahrgenommen. Ziel des ganzen ist die Arbeitsbedingungen zu verbessern und somit einen nachhaltigen Beitrag zur Mitarbeiterzufriedenheit und Qualität der Pflege zu leisten. Speziell geschulte Coaches analysieren die Arbeitsprozesse und unterstützen das Führungspersonal bei der Umsetzung von Verbesserungen. Ein Seniorenzentrum in Frechen beispielsweise hat durch das Projekt eine Arbeitsgruppe für multikulturelle Kommunikation erstellt, um sprachliche Barrieren im Arbeitsablauf aus dem Weg zu räumen. Der interne Projektleiter dieser Einrichtung blickt positiv auf das Projekt GAP und beschreibt die Zusammenarbeit als intensiv und nachhaltig. Das Projekt startete 2021 und läuft noch bis 2023.

Quelle:bibliomed-pflege.de

4. Studie zur Zufriedenheit in deutschen Krankenhäusern

Der Deutsche Pflegerat, kurz DPR, hat sich zu den Ergebnissen einer Studie der DKG geäußert. In dieser wurden Bürger:innen zur deutschen Krankenhausversorgung befragt hat. 41% der Befragten gaben an, fehlende Zeit des Personals für die Patienten als den größten Handlungsbedarf im Gesundheitswesen zu sehen. DPR Vize-Präsidentin Irene Maier zieht daraus drei wesentliche Schlüsse. Zum einen belegt die Umfrage den Fakt, dass es zu wenige Pflegekräfte gibt. Zweitens, dass fragmentierte bürokratische Prozesse die Arbeitsabläufe stören. Und Drittens, dass Pflegenden dringend ärztliche Kompetenzen gesetzlich erteilt werden müssen, um die Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen effizienter zu gestalten. Weitere Ergebnisse der Studie sind, dass Menschen aus ländlicheren Regionen unzufriedener mit Krankenhäusern sind, als Städtebewohner:innen. Dennoch Vertrauen die Bürger:innen in deutsche Krankenhäuser: 86% der Befragten wollen bei einer Erkrankung im Ausland schnellstmöglich in ein deutsches Krankenhaus.

Quelle:deutscher-pflegerat.de
Quelle: dkgev.de

5. Verdi-Befragung – Wie zufrieden sind Pflege-Azubis?

Im aktuellen „Ausbildungsreport Pflegeberufe 2021“ berichtet verdi, dass nicht einmal 43% der 3.000 befragten Auszubildenen und Studierenden aus der Pflege mit ihrer Ausbildung zufrieden sind. Dies ist durchaus weniger als in anderen dualen Ausbildungsberufen. Als Hauptgründe wurden zu hoher Zeitdruck, mangelnde Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und fehlende Pausen genannt. Dennoch steigen die Zahlen der Auszubildenden. Der Verdi Bundesvorstand sieht darin klare Hoffnungen für die Zukunft, solange die neuen Pflegekräfte auch gehalten werden und die Politik gute Arbeitsbedingungen schafft.

Quelle: verdi.de

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