1. Krebsvorsorge wird zunehmend vernachlässigt

Die Corona-Pandemie hatte negative Folgen auf viele Bereiche unseres Lebens, das wissen wir inzwischen alle. Doch auch die Krebsvorsorge hierzulande hat darunter gelitten. Aus aktuellen Zahlen der AOK geht hervor, dass sämtliche Krebsvorsorgeuntersuchungen rückläufig sind. Also seit 2020 gehen immer weniger Menschen zu Vorsorgeuntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs, Hautkrebs, Brustkrebs und Darmkrebs. Aus diesem Anlass hat die AOK gemeinsam mit der deutschen Krebsgesellschaft den „Tag der Krebsvorsorge“ eingeführt. Dieser fand zum ersten Mal am Montag, dem 28. November statt, und soll Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Im Rahmen der Studie zu Vorsorgeuntersuchungen stellten die Forscher eine in Deutschland weitverbreitete Diagnose fest: „Aufschieberitis“. Fast die Hälfte aller Befragten gab an, hin und wieder etwas aufzuschieben und 28% häufig bis sehr häufig. Eine frühzeitige Krebsdiagnose kann Leben retten, weshalb jeder Mensch regelmäßig zur Vorsorge gehen sollte. 

Quelle: aok-bv.de/deutsche-vernachlässigen-krebsvorsorge
Quelle:aok-bv.de/langzeitanalyse-zu-krebsfrueherkennung

2. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht soll enden

Das Thema einrichtungsbezogene Impfpflicht wurde in den letzten Wochen überall diskutiert: ist es nun moralisch und wissenschaftlich vertretbar, dass es in Pflegeeinrichtungen eine Impfpflicht für Mitarbeitende gibt oder nicht? Mehreren Medienberichten zufolge lautet die Antwort der Bundesregierung darauf jetzt ‚Nein‘. Zum Ende des Jahres wird die einrichtungsbezogene Impfpflicht gegen das Coronavirus auslaufen. Das Gesundheitsministerium soll diese Entscheidung mit der aktuellen Infektionslage begründet haben. Zum einen soll die Begründung lauten, dass die Impfung ohnehin nicht vor einer Ansteckung mit den Omikron-Varianten schützt, lediglich vor einem schweren Verlauf. Zum anderen sei es aber auch der öffentliche Druck, der zu stark geworden ist. Mehrere Verbände aus Pflege und Medizin hatten sich gegen die Impfpflicht ausgesprochen und auf die negativen Folgen hingewiesen. Diese reichen von Kündigungen von ungeimpften Personal bis zu vermehrter, schwer aufzuarbeitender Bürokratie für Gesundheitsämter. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßt diesen Schritt der Bundesregierung und bewertet die Entscheidung als „richtige, wenn auch späte Erkenntnis“. 

Quelle:bibliomed-pflege.de
Quelle:mdr.de
Quelle: dkgev.de

3. Experte fordert eine lebendige Hospizkultur in Pflegeeinrichtungen 

Der Diplom-Pädagoge und Diplom-Trauerbegleiter Martin Alsheimer hat der Pflegezeitschrift ein ausgiebiges Interview zum Thema Palliativpflege in Pflegeeinrichtungen gegeben. Er erklärt, dass einerseits bereits jetzt ein Drittel der Menschen ihren letzten Lebensabschnitt in einer stationären Einrichtung verbringen, mit einer steigenden Tendenz. Andererseits, geht aus einer seiner Studien hervor, dass die Hälfte aller Befragten angab, nicht im Heim sterben zu wollen. Alsheimers Mission ist es, Pflegeeinrichtungen für das Thema Sterben zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, funktionierende Konzepte zu etablieren. Seiner Ansicht nach, tragen Träger und Einrichtungsleiter:innen die Verantwortung, gemeinsam mit Mitarbeitenden Konzepte oder Leitlinien für die Palliativversorgung zu entwickeln. Hierbei sollten wichtige Fragen geklärt werden wie etwa: Wann beginnt Palliativversorgung und wann Sterbebegleitung? Der Experte beobachte häufig ein eher dunkel gefärbtes Verständnis von Palliativpflege. Dabei könne eine Mischung aus aktivierender und palliativer Pflege das Leben im Alter häufig am sinnvollsten gestalten. Im Hinblick auf den demografischen Wandel in Deutschland ist dies ein sehr wichtiges und leider häufig verschwiegenes Thema.

Quelle:springerpflege.de

4. Neues Finanzierungsmodel für Hebammen

Im Rahmen der aktuellen Änderungsanträge zum Krankenhauspflegeentlastungsgesetz will die Bundesregierung die Finanzierung von Hebammen in Krankenhäusern sichern. Demnach soll ab 2025 der Personalaufwand für Hebammen vollständig im Pflegebudget berücksichtigt werden. Hintergründig waren Proteste von Hebammenverbänden, die das neue GKV-Finanzstabilisierungsgesetz kritisiert hatten. Darin wurden nämlich nur Pflegekräfte berücksichtigt. Unterstützung gab es von rund 1,6 Millionen Bürgerinnen und Bürgern, die eine Petition auf change.org unterschrieben hatten. Aktuell werden Hebammen dem Funktionsdienst zugerechnet. Trotz dessen, so das Bundesgesundheitsministerium, soll die Beschäftigung von Hebammen mit der Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen gleichgestellt werden. Darüber hinaus soll die Hebammenausbildung in Krankenhäusern aufgewertet und das Berufsfeld im Allgemeinen gefördert werden.

Quelle:aerzteblatt.de

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