1. E-Rezept auf unbestimmte Zeit verschoben

Diese Nachricht betrifft nicht nur die Pflege, sondern vielmehr das ganze Gesundheitswesen im Bereich der Digitalisierung. Die Schlagzeile lautet: „Das E-Rezept wird auf unbestimmte Zeit verschoben.“ Während über Monate der Gesetzgeber unter Jens Spahn Druck gemacht hat, dass ärztliche Praxen, Krankenhäuser und Apotheken unbedingt so schnell wie möglich die technischen Voraussetzungen installieren sollen, um das E-Rezept-System ans Laufen zu bringen, ist das Gesundheitsministerium mit Minister Karl Lauterbach jetzt zurückgerudert. Das BMG verschiebt die Einführung auf unbestimmte Zeit. Der Bundesvereinigung der Kassenärzte kommt das sehr gelegen. Sie waren der Meinung, dass das Projekt viel zu schnell mit Druck umgesetzt werden sollte. Doch, wann das Projekt wieder aus der Schublade auf den Schreibtisch wandert, ist aktuell unklar. Die Testphase hingegen soll weiterlaufen.

Quelle: www.t3n.de

2. Barmer-Analyse: Mehr Pflegebedürftige und fehlende Fachkräfte

Im Dezember 2021 ist der Pflegereport der BARMER-Krankenkasse erschienen. Die Barmer berechnete mit ihren Daten, dass bis zum Jahr 2030 mehr als 180.000 Pflegekräfte fehlen würden. Ein Grund ist, dass es dann insgesamt rund sechs Millionen Pflegebedürftigen und über eine Million Betroffene mehr geben wird als bisher angenommen. Jetzt veröffentlichte die Barmer Zahlen für die einzelnen Bundesländer, die die Prognosen noch einmal verschärfen. Allein für Baden-Württemberg werden bis zum Jahr 2030 demnach 710.000 Menschen auf pflegerische Hilfe angewiesen sein. Zugleich würden zusätzlich 4.000 Pflegekräfte fehlen. In Hessen sind nach der Prognose 2.000 mehr Pflegende nötig als bisher angenommen.

Quelle: www.krankenkassen.de (1) | www.krankenkassen.de (2)

3. Intelligente Anti-Dekubitus-Matte erkennt Druckstellen und warnt Pflegepersonal

Eine Erfindung, die es wirklich in sich hat: Eine intelligente Anti-Dekubitus-Matte erkennt Druckstellen und warnt Pflegepersonal. Diese wurde gerade von Forscherinnen und Forschern der Technischen Hochschule Köln entwickelt. So liegt laut eigenen Angaben der Hochschule das Dekubitusrisiko in Kliniken bei rund 30 Prozent, in Pflege- und Altenheimen sogar bei über 50 Prozent. Um Druckgeschwüren vorzubeugen, müssen Patientinnen und Patienten regelmäßig umgelagert werden. Ziel des Forschungsprojektes war daher die Entwicklung eines Systems, welches das Pflegepersonal entlastet und mit dem sich gleichzeitig die Dekubitus-Prophylaxe effektiver gestalten lässt. Das System funktioniert so: Sollte die Patientin oder der Patient über einen längeren Zeitraum einem erhöhten Dekubitusrisiko ausgesetzt sein, wird das Pflegepersonal über die Alarmfunktion einer mobilen App informiert. Die App bestätigt dann, dass ein Umlagern notwendig ist. Die Projektleiterin Professorin Dr. Jelali fügt hinzu: „Darüber hinaus wird mittels unserer intelligenten Auswerte-Algorithmen ein Zeitfenster ermittelt, in dem voraussichtlich eine Umlagerung notwendig sein wird. Dieses kann dann in der Arbeitsplanung entsprechend berücksichtigt werden.“ 

Quelle: www.th-koeln.de

4a. Pflegekompromiss: Wertschätzung für Pflegekräfte, aber Belastung für Pflegebedürftige

Wir haben in vorangegangen News berichtet, dass ab September in der Altenpflege nach Tarif gezahlt wird. Der Arbeitgeberverband Pflege hat dazu nun ein Statement veröffentlicht: „Wir tragen den Kompromiss der Pflegekommission mit, nicht aus voller Überzeugung, aber aus Wertschätzung für die Pflegekräfte, die es besonders schwer hatten in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie. Es muss aber allen Beteiligten klar sein, dass diese Anhebung nicht durch die Pflegeversicherung gedeckt ist. Wegen der zusätzlichen Kosten werden Pflege-Unternehmen weniger investieren können und am Ende sind es vor allem die Pflegebedürftigen und ihre Familien, die über höhere Eigenanteile für die Mehrausgaben aufkommen müssen.

Quelle: www.arbeitgeberverband-pflege.de

4b. Die Bezahlung in der Altenpflege ist weder konkurrenzfähig noch attraktiv und gefährdet die Versorgung.

Für den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe ist die Verpflichtung nach Tarif in der Altenpflege zu zahlen, aber nur ein erster Schritt. Laut dem Verband sei die Altenpflege schon in vielen Städten und Orten nicht mehr konkurrenzfähig, hier müsse ein Umdenken passieren. Der Verband fordert 4.000 Euro brutto für Altenpflegekräfte.

Quelle: www.dbfk.de

5. Sozialverband VdK fordert Konsequenzen aus Pflegemängeln in Heimen

Der Sozialverband VdK fordert als Konsequenz des Pflegemangels in Heimen ein bundesweit einheitliches Vorgehen. Grund dafür ist die Nachricht, dass es in einem Heim in der bayerischen Stadt Augsburg gravierende Pflegemängel gegeben haben soll. Erst im vergangenen Jahr war ein Heim desselben Trägers deshalb geschlossen worden. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu: „Die Ursachen für schlechte Pflege dürfen von der Gesellschaft nicht länger ignoriert werden. Sie liegen im System und müssen endlich bekämpft werden.“ Sie fordert, dass Profite mit Pflegeeinrichtungen gesetzlich begrenzt werden müssen. Außerdem müsse es ein unabhängiges Frühwarnsystem geben, an das sich Angehörige und Pflegekräfte bei Missständen wenden könnten.

Quelle: www.krankenkassen.de

5. Digitalisierung in der Pflege – Was kann Robotik leisten?

Und zum Schluss noch ein Veranstaltungshinweis für Sie: 

Das Pflegenetzwerk Deutschland spricht am 01. März um 11 Uhr darüber, was Robotik in der Pflege leisten kann. Referentin ist Marina Weiland, die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum „Future Aging“ der Frankfurt University of Applied Sciences ist. Den Link dazu finden Sie hier:

www.pflegenetzwerk-deutschland.de