1a. 5,7 Milliarden Euro Defizit: Krankenkassen melden für 2021 Rekord-Minus – AOK vervierfacht Verlust

Die gesetzlichen Krankenkassen haben ihre gesamten Ausgaben für 2021 offengelegt. Dazu sind sie zu Beginn eines neuen Jahres für das vergangene Jahr verpflichtet. Diese Zahlen sehen nicht gut aus: 5,7 Milliarden Euro Defizit verzeichnen die gesetzlichen Krankenkassen für 2021. Das ist ein neuer Negativ-Rekord. 2020 lag das Defizit bei 2,7 Milliarden Euro. An der Spitze liegen die AOKs mit 4,1 Milliarden Defizit. Das erklärt sich dadurch, dass sie die meisten Versicherten verzeichnen. Jede/r 3. Versicherte ist bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen versichert. Der Verband der Ersatzkassen, zu dem die Techniker Krankenkasse, die BARMER und die DAK angehören, verbuchen ein Defizit von 576 Millionen Euro. Das Minus der Innungskassen beträgt 2021 rund 409 Millionen Euro. Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes sagt dazu: „Die AOK-Gemeinschaft hat ihre wichtige Rolle als zuverlässiger Partner in der Pandemie erfüllt und ihre Relevanz für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen unter Beweis gestellt. Nun sind unsere Rücklagen zu großen Teilen aufgebraucht.“ Sie fordert „Angesichts unserer geschwächten Finanzbasis und einer verschlechterten Wettbewerbsposition erwarten wir von der Politik deutliche Signale zur finanziellen Stabilisierung.“ Expert:innen betonen, dass die Politik handeln müsse, ansonsten würden die Zusatzbeiträge der GKV extrem in die Höhe steigen.

Quelle: www.handelsblatt.com

2b. Pflegeversicherung muss in ruhigeres Fahrwasser geführt werden

Und auch die Pflegeversicherung verbucht ein ordentliches Minus. Mit 1,35 Millionen Defizit schließen sie das Jahr 2021 ab. Gernot Kiefer, stellvertretender Vorsitzender des GKV-Spitzenverbandes äußerte sich zu dieser Finanzsituation und sagt: „Die Pflege ist 2021 finanziell noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Es ist nur noch die gesetzliche Mindestreserve übrig. Damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Ausblick auf 2022 ist auch nicht rosig.“ Auch er fordert, dass Entscheidungen seitens der Politik schnell getroffen werden müssen, um die Pflegeversicherung in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Der Finanzminister sollte diese pandemiebedingte Lücke schnell schließen.

Quelle: www.gkv-spitzenverband.de

2. Charité-Vorstand suspendiert Pflegedirektorin

Der Charité-Vorstand hat die Pflegedirektorin Judith Heepe und ihre Stellvertreterin Jenny Wortha mit sofortiger Wirkung suspendiert. Ein Charité-Sprecher teilte auf Anfrage des Tagesspiegels mit, dass der Vorstand sich für einen Neuanfang in der Pflegedirektion entschieden habe und sowohl Heepe als auch ihre Stellvertreterin Wortha von ihren Aufgaben entbunden habe. Es wird darüber spekuliert, dass die Pflegedirektorinnen Heepe und Wortha den aktuellen Tarifvertrag zu sehr kritisiert haben. Die genauen Gründe des Rauswurfs sind bisher unklar.

Quelle: www.kma-online.de

3. Holetschek startet Offensive zur Verbesserung des Schutzes der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen – Fünf-Punkte-Plan beschlossen

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek startet eine Offensive zur Verbesserung des Schutzes der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen. Holetschek betonte in München: „Die Menschen in Bayern müssen darauf vertrauen können, dass die Pflege und Betreuung in allen bayerischen Pflegeheimen gut und angemessen gewährleistet wird.“ In Bayern kam es zuletzt vermehrt zu Sicherheitsproblemen in Pflegeheiman. Das gehe das Land Bayern nun entschlossen mit einem kurzfristigen Fünf-Punkte-Plan an. Dazu gehören eine „Pflege-SOS-Anlaufstelle“ bei Missständen, ein ExpertInnenngespräch, ein Gutachten als Handreichung zur Verbesserung der Strukturen, eine stärkere Einbindung der Task-Force Infektiologie sowie schnelle Sofortmaßnahmen bei Mängeln. Außerdem sollen die rechtlichen Grundlagen gestärkt werden.

Quelle: www.bayern.de

4. Deutscher Pflegerat stellt Expertenkommission neu auf

Der Deutsche Pflegerat stellt seine ExpertInnenkommission neu auf. So übergibt Prof. Dr. Patrick Jahn nach über 10 Jahren den Staffelstab der „Expertenkommission DRG“ des Deutschen Pflegerats e.V. an Sandra Mehmecke, die als wissenschaftliche Leitung die neue „Fachkommission Pflegepersonalbemessungsinstrument“ leitet. Sandra Mehmecke lehrt an der Hochschule Hannover in dem Bereich Gesundheitssystemforschung. Glückwunsch zur neuen Position.

Quelle: www.deutscher-pflegerat.de

5. Rahmenbedingungen für Lehrende in der Pflegeausbildung verbessern!
Positionspapier des Berliner Bindungscampus für Gesundheitsberufe:

Der Betriebsrat des Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe hat ein Positionspapier veröffentlicht. In diesem betont der Betriebsrat, dass die deutliche Reduzierung von Lehrstellen die Pflege-Ausbildungen gefährden und damit eine höhere Abbruchsquote aufs Spiel setzen. Hintergrund ist die Berliner-Änderung des Lehrer-Schüler-Lehrschlüssels von 1:15 auf 1:20. Für viele Pflegeschulen bedeutet das 25 Prozent weniger Personal.

Quelle: www.dbfk.de

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordost solidarisiert sich mit den Lehrenden des Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe und fordert eine rasche Erhöhung des Schlüssels zwischen Lernenden und Lehrenden. Durch die Reduzierung der Anzahl der Lehrenden im Verhältnis zur Anzahl der Auszubildenden wird es zu einer Vergrößerung der Klassen kommen. Dadurch verringert sich die Ausbildungsqualität und die bereits jetzt schon hohe Abbruchquote wird noch weiter steigen, mahnt Swantje Kersten, Vorstandsvorsitzende des DBfK Nordost, an.

www.dbfk.de

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