1. Situation Pflege in der Ukraine:

Für die aktuelle Situation in der Ukraine gibt es kaum die passenden Worte. Wir haben recherchiert, ob es zur Lage etwas Aktuelles aus dem Bereich der Pflege gibt. Martina Röder, die Vorsitzende des Deutsch-Ukrainischen Pflegeverbandes e.V. sagt in einem Interview mit dem Magazin „Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen“: „Unsere ukrainischen Krankenpfleger- und schwestern stehen natürlich in engem Kontakt mit ihren Familien. Hier (in Deutschland) haben sie anerkannte und gleichwertige Arbeitsverhältnisse in der Pflege. Und sie möchten hier weiter in Deutschland leben, haben zum Teil hier Familien gegründet oder Lebenspartner. Eltern, Geschwister und Großeltern leben weiter in der Ukraine. Natürlich ist da die Sorge groß.“ Sie möchte als Vorsitzende des Verbandes betonen, dass aktuell alle Gedanken nicht nur bei den hier tätigen ukrainischen Pflegefachkräften in Deutschland sind, sondern grundsätzlich auch bei den Menschen in der Ukraine, bei den Freunden in der Ukraine und bei allen Menschen, die dieser Aggression gegenüberstehen. Dem schließen wir uns an.

Quelle: www.rechtsdepesche.de

Position des DBfK

Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe verurteilt den kriegerischen Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste. Dr. Bernadette Klapper, die Bundesgeschäftsführerin schreibt: „Frieden und Freiheit sind die Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Krieg wirkt sich verheerend aus, verursacht großes Leid und Gesundheitsschäden, die viele Jahre andauern und bis in die folgende Generation wirken.“

Quelle: www.dbfk.de

2. Psychiatrische Pflege: hoch belastet und wenig beachtet. Damit muss Schluss sein!

Bei der Recherche auf der Seite des DBfKs sind wir auf die Meldung gestoßen, dass psychiatrisch Pflegende oft bei den Bonuszahlungen nicht berücksichtigt werden. Auch die schlechte Situation auf den Stationen würde in der Pandemie mehr als deutlich werden, so der DBfK. So hat sich zum Beispiel 2021 laut Zahlen des Deutschen Krankenhausinstituts in 41 Prozent der vollstationären psychiatrischen Einrichtungen die Anzahl der Notfälle mit einem akuten und aufwändigeren Betreuungsbedarf erhöht. Ausgesetzte Leistungen von Tageskliniken und Tagesstätten mussten insbesondere von psychiatrisch Pflegenden in der ambulanten Versorgung kompensiert werden. Gruppenangebote und gemeinsame Aktivitäten wurden reduziert oder entfielen ganz, so dass viele psychisch kranke Menschen auf sich allein gestellt waren, was häufig zu einer gesundheitlichen Verschlechterung geführt habe. Zu den noch nicht abschätzbaren Pandemiefolgen gehören insbesondere Angststörungen, Panikattacken, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen – bei schon jetzt massiver Überlastung der Hilfe-Systeme. Deshalb fordert der DBfK 5 Veränderungen:

  1. Die personelle Ausstattung in der psychiatrischen Pflege verbessern!
  2. Die Expertise der psychiatrisch Pflegenden in die politischen Entscheidungen einbinden!
  3. Den psychiatrisch Pflegenden erweiterte Verantwortungsbereiche zusprechen und Telepflege möglich machen!
  4. Versorgungslücken schließen und Angebote weiterentwickeln!
  5. Psychiatrisch Pflegende entsprechend anerkennen!

Quelle: www.dbfk.de

3. Pflegenotstand: In diesen Städten ist der Personalmangel am größten

Nicht nur der Personalmangel auf psychiatrischen Stationen ist ein Problem, sondern bekanntlich auch in vielen anderen Bereichen. Eine aktuelle Analyse des Jobportals indeed gibt nun lokale Einblicke über die Entwicklung der Pflege seit Pandemiebeginn, die aktuelle Nachfrage, sowie den Bedarf im Vergleich mit anderen Berufsgruppen. Deutschlandweit werden demnach rund 40.000 neue Stellen pro Monat ausgeschrieben. Jede Vierte davon blieb im vergangenen Jahr länger als zwei Monate unbesetzt. Mit 2.390 neuen Pflegestellen pro Monat steht Berlin deutlich an der Spitze. Dahinter folgen Hamburg mit rund 1.400 neuen offenen Stellen pro Monat und München mit knapp 1.200 Stellenangeboten für Pflegekräfte, die jeden Monat auf indeed ausgeschrieben werden. Vergleicht man nun den Anstieg der Pflegestellen seit Beginn der Corona Pandemie, zeigt sich, dass sich der Pflegenotstand in vielen Städten deutlich verstärkt hat. Eine unschöne Zahl: Jede zehnte Stellenausschreibung in Schwerin entfällt auf die Pflege.

Quelle: www.blog.de.indeed.com

4. Kassen monieren hohe Preise für Gesundheits-Apps auf Rezept

Die gesetzlichen Krankenversicherungen beschweren sich über hohe und intransparente Preise bei Gesundheits-Apps auf Rezept, den so genannten digitalen Gesundheitsanwendungen. Im Schnitt lagen die von den Anbietern im ersten Jahr frei festlegbaren Preise bei rund 400 Euro im Quartal. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des GKV-Spitzenverbands. Das Spektrum der Preise reichte demnach von 119 Euro für eine Einmallizenz bis zu 743,75 Euro für einen Freischaltcode für eine Anwendungsdauer von 90 Tagen. Stefanie Stoff-Ahnis, Vorständin beim GKV-Spitzenverband, äußerte sich skeptisch: „Auch wenn kein innovatives Konzept besteht und keine Evidenz vorliegt, müssen die Preise bei einer DiGA in Erprobung bis zu zwei Jahre von der GKV finanziert werden. Dabei dürfen die Hersteller die Preise im ersten Jahr in beliebiger Höhe festlegen. Es liegt auf der Hand, dass bei potenziellen Ausgaben dieser Größenordnung ein beträchtlicher positiver Effekt für die Versorgung eingefordert werden muss.“
Dies sei für alle DiGA zu garantieren und sei gemeinsame Aufgabe für die kommenden Jahre. Auch, weil DiGA als digitale Vorreiter entweder Innovationen den Boden bereiten oder ihn aber verbrennen könne. Dem GKV-Bericht zufolge wurden zwischen September 2020 und Ende September 2021 rund 50 000 digitale Anwendungen verordnet oder von Kassen genehmigt. Aktiviert worden seien knapp 80 Prozent.

Quelle: www.gkv-spitzenverband.de

5. Empfehlung: DRG Forum

Und zum Schluss haben wir für euch noch einen Veranstaltungshinweis: Vom 17. Bis 18. März 2022 findet das DRG-Forum statt. Hier empfehlen wir euch die Diskussion am Freitag zur Pflegepolitik. Mit dabei sind Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats sowie Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.

www.drg-forum.de

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