1. Ausbildungszahlen auf Rekordniveau: Interesse an der neuen Pflegeausbildung in Nordrhein-Westfalen steigt weiter

In Nordrhein-Westfalen scheint das Interesse an einer Pflegeausbildung noch nie so groß gewesen zu sein, wie im Jahr 2021. Laut dem Gesundheitsministerium sei die Zahl der Auszubildenden auf einem Rekordhoch. Gesundheitsminister Laumann sagt dazu: „Noch nie haben in Nordrhein-Westfalen so viele Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen. Ich freue mich, dass unsere Maßnahmen zur Stärkung der Pflegeausbildung Früchte tragen. Das Land hat in den letzten Jahren mehr als 350 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Modernisierung und den Kapazitätsausbau von Pflegeschulen und Schulen des Gesundheitswesens zu fördern.“ So sind rund 17.400 Menschen in 2021 in NRW in die generalisierte Pflegeausbildung gestartet. 2020 waren es rund 15.800 Menschen, die sich für die Pflegausbildung in NRW entschieden.

Quelle: www.mags.nrw

2. Pflege-Studie: rund 15% Unterversorgung durch einrichtungsbezogene Impfpflicht

Neben dem Azubi-Zuwachs in NRW verlassen immer mehr Pflegekräfte aufgrund der verpflichtenden Corona-Schutzimpfung ihren Job. Die Alice Salomon Hochschule in Berlin hat ausgerechnet, dass rund 15 Prozent Unterversorgung durch die einrichtungsbezogene Impfpflicht einhergeht. Dabei befragte die ASH 1.800 Einrichtungen und Dienste des Gesundheitswesens zu Impfquoten und Anzahl der zu versorgenden Menschen vor und nach Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. Die Studienergebnisse zeigen, dass diese Pflegenden in hohem Maße bereits geimpft sind. Die Impfquote liegt mit über 82 Prozent über der, der Allgemeinbevölkerung. Zwar gehen die befragten Leitungskräfte davon aus, dass die Impfquote noch weiter steigen wird, allerdings wird sie den Schätzungen zufolge unter 90 Prozent bleiben. Dies hat bei konsequenter Umsetzung des Betretungsverbotes direkte Auswirkungen auf die Versorgungskapazität.

Auf Basis dieser Daten wird zum 16.03.2022 ein Versorgungsdefizit von durchschnittlich 15,3 Prozent erwartet. Bezogen auf die einzelnen Versorgungsformen bedeutet dies, dass in der ambulanten Pflege rund 200.000 Menschen, in Krankenhäusern rund 2.5 Millionen und in der stationären Langzeitpflege rund 50.000 Menschen pflegerisch nicht versorgt werden können. Die LeiterInnen der Studie Prof. Dr. Johannes Gräske und Theresa Forbrig empfehlen die Sorgen der Pflegekräfte ernst zu nehmen, gezielt aufzuklären und Notfallpläne zu entwickeln, falls die Versorgung nicht mehr sichergestellt werden kann.

Quelle: www.ash-berlin.eu

3. Besuchsverbote in Pflegeheimen sollen fallbasiert geprüft werden

Immer wieder werden Besuchsverbote in Pflegeheimen über Wochen verhängt, wenn in einem Pflegeheim jemand mit Corona infiziert ist. Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll, betont, dass Besuchsverbote in Pflegeheimen nicht pauschal ausgesprochen werden sollen. Sie sagt: „Ich appelliere daher an alle Beteiligten, bei einem Infektionsgeschehen in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden vor Ort zu prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind und wie ein möglichst hohes Maß an Teilhabe und Besuchen für die Bewohnerinnen und Bewohner aufrechterhalten werden kann. Und meine dringende Bitte: Reden Sie mit den Bewohnern und Angehörigen. Sagen Sie ihnen, wie die Situation ist, und machen Sie die Gründe für Ihr Handeln transparent.“

Quelle: www.pflegebevollmaechtigte.de

4. Whistleblower-Hotline für Pflegemissstände soll am Montag starten

Gründe und Missstände aufdecken – Das will unter anderem das Gesundheitsministerium in Bayern. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen oder Pflegemissständen in der Altenpflege. Hier ist das Land Bayern in den vergangenen Wochen vermehrt negativ aufgefallen. Deshalb hat Bayerns Gesundheitsminister Holetschek nun eine Hotline eingerichtet, an die sich Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, wenden können. Ganz egal ob Pflegebedürftige, Angehörige oder Mitarbeitende. Die Anrufe seien anonym. Die Behörden vor Ort seien angewiesen worden, bei bestimmten Mängeln sofort zu handeln, so Holetschek.

Quelle: www.krankenkassen.de

5. Aktion vor dem UKE-Haupteingang: Pflegekräfte berichten von katastrophalen Zuständen aufgrund von Personalmangel.

Auf Missstände und katastrophalen Zustände in der Pflege weisen auch Pflegekräfte am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf hin – und zwar durch eine Demonstration vor dem UKE. Verschiedene Pflegekräfte erzählten dem Hamburger Abendblatt gegenüber, dass auf manchen Stationen kranke Menschen, die überwacht werden müssen, nicht alle überwacht werden können. Außerdem würden kranken Menschen auf Betten in Gängen liegen und dann mitbekommen welche PatientInnen, welche Krankheiten haben. Darüber hinaus seien grundsätzlich zu wenig Pflegekräfte verfügbar. Immer wieder müsse man KollegInnen in ihrer Freizeit anrufen.

www.abendblatt.de

www.krankenkassen.de

6. Innovationsausschuss veröffentlicht Förderbekanntmachungen für neue Versorgungsformen

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat im Bereich der neuen Versorgungsformen jeweils neue Förderbekanntmachungen veröffentlicht. Interessierte haben die Möglichkeit, sich bis zum 17.05.2022 mit einer Ideenskizze zu bewerben. In der Ideenskizze können die wesentlichen Inhalte der geplanten neuen Versorgungsform vorgestellt werden. Der Innovationsausschuss wird voraussichtlich im 4. Quartal 2022 entscheiden, welche InteressentInnen aufgefordert werden, einen Vollantrag auszuarbeiten. Diese Ausarbeitung wird für bis zu sechs Monate mit einem Förderbetrag von bis zu 75.000 € gefördert werden. Dabei können auch neue Ideen zur Entlastung von Pflegefachkräften eingereicht werden.

www.g-ba.de

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